Walter Leimgruber

Walter Leimgruber

Walter Leimgruber ist Ordinarius und Leiter des Seminars für Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie der Universität Basel. Er studierte Geschichte, Geographie und Volkskunde und war Assistent am Historischen und Oberassistent am Volkskundlichen Seminar der Universität Zürich. Forschungs- und Lehraufenthalte führten ihn in die USA, nach Frankreich, Deutschland und Österreich. Ausserhalb der Universität arbeitete er als Redaktor beim Schweizer Fernsehen und als Projektleiter verschiedener Ausstellungen. Für das Schweiz. Landesmuseum war er als Projektleiter bei Bau und Einrichtung des Forums der Schweizer Geschichte und als Kurator für das 20. Jahrhundert tätig. Seine Forschungsgebiete umfassen Kulturtheorie und -politik, Migration und Transkulturalität, visuelle und materielle Kultur. Von 2005 bis 2013 war er Forschungsrat des Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF) und präsidierte die Abteilung 1 (Geistes- und Sozialwissenschaften). Seit 2012 ist er Präsident der Eidgenössischen Kommission für Migrationsfragen (EKM). Er ist Mitglied von Vorstand und Ausschuss der SAGW und leitet die Kommission Daten- und Dienstleistungszentrum (DDZ).

Zusammenfassung des Referats

Nationale Herausforderungen: Der Beitrag der SAGW

Jede Fachgesellschaft, jede Universität, jedes Hochschulinstitut, jedes Forschungsprojekt, ja in vielen Fällen jeder einzelne Forscher und jede einzelne Forscherin haben in den letzten Jahren ihre eigenen Zugänge zur digitalen Welt erarbeitet, für Lehre, Forschung und Infrastrukturprojekte eigene Adaptionen entwickelt, die oft über eine gewisse Periode tragen, die aber kaum längerfristig nutzbar sind oder eine Sekundärnutzung möglich machen, häufig nach Abschluss des Projektes nicht einmal mehr abrufbar sind. Es droht der Verlust umfassenden Datenmaterials in allen Bereichen der Geistes- und Kulturwissenschaften.
Die SAGW sieht die Notwendigkeit eines Daten- und Dienstleistungszentrums aus der Perspektive der bei ihr vertretenen Fachgesellschaften. Diese sind ihrerseits häufig Schnittstellen zwischen den einzelnen Hochschulen und Landesteilen, aber auch Verbindungsglied zur breiteren Öffentlichkeit und zur internationalen Community, Vermittlerinnen von wissenschaftlichen Ergebnissen in Form von Zeitschriften, Publikationen und Tagungen, aber auch Trägerinnen von Forschungs- und Infrastrukturunternehmungen, die auf ein langfristig funktionierendes Fundament angewiesen sind.
Aus diesem Grund ist es das Ziel der SAGW, nachhaltige Lösungen zu suchen. In einem Umfeld, das durch einen hohen Grad an Föderalismus, Arbeitsteilung und Individualität gekennzeichnet ist, in dem es viele Schnittstellen zu benachbarten Bereichen (Bibliotheken, Archive etc.) und zur internationalen Ebene abzudecken gilt, ist dies nur möglich durch den Aufbau von Strukturen, die von allen Beteiligten gemeinsam getragen werden.
Der Vortrag skizziert den Stand der Arbeiten für ein „Daten- und Dienstleistungszentrum für geisteswissenschaftliche Forschungsdaten“.

Referent vom 29. November

 Der Beitrag der SAGW

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