Michael Stolz

Michael Stolz

Geboren 1960 in München. Studium der Germanistik und Romanistik in München, Poitiers und Bern; wissenschaftlicher Assistent an der Universität Bern (1988-1995, 1998-2001), SNF-Forschungsaufenthalt in Oxford (1995-1998). 1993 Promotion, 2000 Habilitation in Bern. Professuren in Basel (2001–2005) und Göttingen (2005–2006); Gastdozenturen in Wien (2001) und München (2004); Professeur invité Paris IV, Sorbonne (2007/08); seit 2006 Ordinarius für Germanistische Mediävistik an der Universität Bern. Leiter des Parzival-Projekts (www.parzival.unibe.ch). 2008–2012 Präsident der Schweizerischen Akademischen Gesellschaft für Germanistik; 2009–2012 Geschäftsführender Direktor des Berner Mittelalterzentrums; 2010–2012 Vizedekan, seit 2012 Dekan der Philosophisch-historischen Fakultät der Universität Bern.
Publikationen u.a.: Artes-liberales-Zyklen. Formationen des Wissens im Mittelalter, 2 Bde., Tübingen/Basel 2004; Die St. Galler Epenhandschrift: Parzival, Nibelungenlied u.a. Faksimile des Codex 857 der Stiftsbibliothek St. Gallen und zugehöriger Fragmente. CD-ROM mit einem Begleitheft, hg. gem. mit der Stiftsbibliothek St. Gallen. Konzept und Einführung von Michael Stolz, St. Gallen 22005; Buchkultur im Mittelalter. Schrift – Bild – Kommunikation, Berlin/New York 22006 (hg. gemeinsam mit Adrian Mettauer); Die Berner Parzival-Handschrift (Burgerbibliothek, Cod. AA 91) mit Volltranskription und einer Einführung von Michael Stolz. DVD mit einem Begleitheft, Simbach/Inn 2009; Zeitschrift Germanistik in der Schweiz (hg. gemeinsam mit Robert Schöller seit 2009); Randgänge der Mediävistik, Bern 2011.

Zusammenfassung des Referats

Welche Auswirkungen hat der digitale Wandel in Forschung und Lehre auf die Editionswissenschaften?

Bei der Edition von nachantiken Texten fordern vor allem volkssprachige Dichtungen des Mittelalters zur Nutzung digitaler Werkzeuge heraus, da hier der Autor- und Werkbegriff unbestimmter ist als in der Neuzeit. Vertreter der sog. ‚New Philology’ wie B. Cerquiglini sahen die „disposition écranique“ geradezu als das einzige Mittel an, die von der traditionellen Editorik angeblich vernachlässigte Varianz mittelalterlicher Textualität adäquat darzustellen: „l’ordinateur, par son écran dialogique et multidimensionnel, simule la mobilité incessante et joyeuse de l’écriture médiévale“ (Éloge de la variante, Paris 1989, S. 113 f.). Der Beitrag zeigt an ausgewählten Beispielen auf, was von dieser Vision im Bereich der wissenschaftlichen Handschriften- und Texterschliessung umgesetzt werden konnte. Berücksichtigt werden dabei auch Aspekte der Nutzerbedürfnisse (u.a. in der Lehre, etwa mit Bezug auf den Berner MA-Studiengang „Editionsphilologie“) und Spezifika bei der Arbeit mit neuzeitlichen Quellen (etwa im Rahmen der literaturwissenschaftlichen ‚Critique génétique’ und der Dokumentenerschliessung).

Präsentation

Referent vom 28. November

Teil II: Welche Auswirkungen hat der digitale Wandel in Forschung und Lehre auf ...

die Editionswissenschaften

Moderator vom 29. November

Teil III: Internationale Trends (Bedürfnisse der Fachgemeinschaften, Forschungsförderung, Infrastrukturen)

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